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Geschichte

1872 ist das Gründungsjahr der Schlosserei Sturm in Oberreifenberg. Der Betrieb hat jedoch schon früher bestanden, versichert der Vater des jetzigen Inhabers Jochen Sturm, Gerhard Sturm. Sein Vorfahr, Johannes Sturm, soll Nagelschmied gewesen sein, was im 19. Jahrhundert in und um Reifenberg eine richtige Industrie gewesen ist. Frankfurter Großhändler waren die größten Abnehmer.

Das meiste Eisen kam seinerzeit aus Lothringen und dem Elsaß, allerdings nicht in so vielen vorgefertigten Variationen wie heute. Wenn also ein Schlosser z.B. für einen Zaun Stäbe von 2 Zentimetern Kantenlänge brauchte, dann mußte er 4 Zentimeter starkes Rohmaterial in schweisstreibender Arbeit auf die richtige Dicke schmieden.

Gerhard Sturm sorgt auch heute in seinem Betrieb noch dafür, daß Teile der alten Techniken gelernt werden. Heutige Aufgaben sind es meist, Gitter, Tore und Zäune herzustellen. Die Schlosserei ist ein Saisongeschäft...im Winter ist wenig zu tun, weil dann kaum jemand etwas anfertigen läßt.

Mit seinen künstlerischen Fähigkeiten hat sich Gerhard Sturm inzwischen einen Namen gemacht. Er baute Kirchenpforten, restaurierte nach einem alten Foto die Krone am Tor des Bad Homburger Schlosses und setzte das Kaisertor der Erlöserkirche instand.

Die Sturms, vor Gerhard waren das Clemens, Paul, Paul-Josef und Johannes, blieben der Siegfriedstrasse treu. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Die neue Halle einige Meter weiter bergauf steht bereits. In der Siegfriedstrasse 23 arbeiten neben Gerhard Sturm auch Sohn Jochen und Junggeselle Patrick Friedemann.